Dicke Bretter bohren
von Richard HeiglWer die Internetseite von Hallo Welt! sieht, könnte den Eindruck bekommen, dass in Regensburg gerade nicht viel vorwärts geht. Nichts dergleichen: Wir werken gerade viel im Hintergrund.
Aktuell laufen natürlich diverse Kundenprojekte. Daneben bereiten wir zwei größere Eigenprojekte vor: unser Redesign 2010 und den ersten Release von blue note for MediaWiki. Das letztere ist die enterprisetaugliche Erweiterung von MediaWiki. Dazu wird es eine free Version geben. Mit dem Gedanken tragen wir uns ja schon lange. Jetzt wird er endlich Wirklichkeit. Dazu gibt es ein neues Design und neue Funktionalitäten. Auf der Cebit soll blue note präsentiert werden.
Daneben machen wir viel konzeptionelle Arbeit: Nächste Woche wird ein umfangreiches Pflichtenheft fertig und vor wenigen Tagen hatten wir einen zweitägigen Workshop für eine Bedarfsanalyse. Das werden zwei sehr spannende Projekte. In einem Fall geht es um die Bereitstellung von Firmen-Wissen in den Niederlassungen eines Maschinenbauers über den ganzen Globus hinweg. Das andere Projekt ist ein technisches Handbuch eines Versorgungsunternehmens.
Das heißt, es gibt mit Wikis nach wie vor viel zu tun. Und das vorallem in zwei Anwendungsfällen: Wikis als Portale und Wikis als Online-Dokumentationen.
Das klingt für Enterprise 2.0-Erfahrene alles sehr klassisch, aber wir haben nie behauptet, dass Wikis nur ein Hype sind. Die Durchsetzung dieser Technologie in Unternehmen, und das hießt auch immer die Durchsetzung der Web 2.0-Verfahren und Denkweisen, wird noch etliche Jahre beanspruchen. Organisationspolitisch sind da nicht selten sehr dicke Bretter zu bohren. Und da kommt die Medienwerkstatt gerade recht.
knowledgecamp 2009 – Eindrücke aus Karlsruhe
von Radovan KubaniDas erste KnowledgeCamp fand letzte Woche in Karlsruhe statt und hat nicht nur bei mir Lust auf mehr gemacht. Ich unterteile meine Eindrücke mal auf die Organisation und die inhaltlichen Aspekte. Die Veranstalter (Karlheinz Pape und Simon Dückert) haben sich ins Zeug gelegt und eine reibungslose Veranstaltung auf die Beine gestellt. Man war immer gut informiert und kann von der Location bis hin zum Abendevent von einer runden Sache sprechen. Bei den Teilnehmern waren überwiegend barcamp newbies vertreten, aber die Stimmung war dennoch sehr schnell familiär und locker.
Bei den Sessions war eigentlich alles zum Thema Wissensmanagement vertreten. Angefangen von der Selbstorganisation über SCRUM, Kunst und Wissensmanagement, öffentliches Wissen (Stadtwikis) bis hin zur WM Vision 2100!
Es waren meist fünf Slots gleichzeitig belegt, so dass man leider auf einige interessante Themen verzichten musste... hier wäre es schön gewesen über eine Abstimmung Inhalte am zweiten Tag nochmal aufzugreifen.
Natürlich gab es aber auch interessante Erkenntnisse für mich. So kann ich mir gut vorstellen, dass die SCRUM Projektmethode gut zu uns passen könnte. Projekte werden in kleine, handliche Pakete definiert und die Einzelaufgaben werden skizzenhaft verbildlicht. Mit diesen übersichtlichen "Bröckchen" kann man eigentlich nur noch Erfolge erzielen... wäre ja ne super Sache
Die ganzen Zwischenergebnisse könnte man über Microblogging allen Mitarbeitern verfügbar machen. So erzeugt man ein Informationsrauschen, von dem andere Mitarbeiter profitieren können, wenn dadurch die 1:1 Kommunikation etwas aufgebrochen wird.
Apropos Aufbrechen... in diesem Zusammenhang gab es eine Session die uns über künstlerische Elemente das Mittel der "Dezentrierung" näher gebracht hat. Wenn man also mal an einer Frage hängt oder einen Gedanken nicht weiterführen kann, sollte man eine Möglichkeit suchen, konstruktive Ablenkung zu finden (Musik, Malerei, Sport, Frühjahrsputz
). Am Ende kommt man zum ursprünglichen Problem zurück und betrachtet es aus einer neuen Perspektive.
Damit komm ich auch wieder zum Anfang zurück... Das KnowledgeCamp hat so einige neue Ideen aufgebracht und meine Spannung auf das #gkc10 gesteigert
IHK Darmstadt: Wikis in Unternehmen
von Richard HeiglAm 22. September2009 wurde an der IHK Darmstadt Bilanz gezogen: Welche Erfahrungen wurden mit Wikis in Unternehmen gemacht? Welche Konsequenzen sind zu ziehen? Von Firmen wie Merck (Wiki in einer Forschungsabteilung), Voith IS (Wiki mit Social Network) und Fraport (Skywiki) liegen positive Erfahrungsberichte und Ansätze vor. Auch das Wiki-Projekt der IHK Darmstadt ist eine Erfolgsgeschichte. Letztere setzt das Wiki als zentrale Intranetlösung ein.
Tenor der Beiträge war, dass die Einführung eines Wikis eine Managementaufgabe ist, für die Geld und Personal zur Verfügung stehen muss. Perspektivisch sehen wir von Hallo Welt! zwei Entwicklungen:
- der Schwerpunkt der künftigen Entwicklung wird auf der inhatlichen Arbeit und Prozessorientierung liegen
- Wissensmanagement wird noch mehr und radikaler "bottom-up" organisiert werden müssen
Das soll jedoch nicht heißen, dass technisch nicht mehr zu tun wäre. Doch die technische Anpassung und Integration folgt immer weniger der Faszination, die von den technischen Spielmöglichkeiten ausgeht, sondern von den Anforderungen des betrieblichen Alltags.
Die Folien gibt es online zum Download.
