Hallo Welt! Blog
19Dez/137

Musik, Noten und Wikis – Das Symposion 2014!

von

Matthias-Schriefl-Band gerhard-richter

Jetzt vormerken: Das Symposion "Freie Noten" richtet sich an alle, die sich professionell mit Musik beschäftigen und sich für Innovationen, Web und Musik interessieren.

 

Die Idee ist faszinierend: Was passiert, wenn wir nach dem Vorbild der Wikipedia ein Musik-Wiki aufbauen? Was ist, wenn man auf dieser neuartigen Plattform so gut wie alle Musiknoten der Welt findet und alle Lyrics und Komponisteninformationen bekommt? Und das so umfassend, wie es in der Wikipedia mit Wörtern und Begriffen begann?

Wer etwas spielen, singen oder üben will, soll alles im Musik-Wiki finden. Wer etwas komponiert hat, stellt seine Kompositionen dort vor. Stars ermöglichen ihren Fans, die Texte ihrer Songs zu lernen, nachzusingen, nachzuspielen oder Karaoke aufzuführen. Chorleiter bearbeiten Stücke und stellen ihre Bearbeitungen anderen im Netz zu Verfügung.

Doch auf dem Weg dahin gilt es Hürden zu nehmen: Es geht um Technik, um Rechte und Lizenzen. Aber auch um neue Geschäftsmodelle.

Schloss Alteglolfsheim

Der Veranstaltungsort: Die Bayerische Musikakademie in Alteglofsheim.

Ist das machbar?  -  Ja. Es geht!

Auf dem Symposion „Freie Noten!?“ wollen wir die Möglichkeiten ausloten und dazu die Perspektiven derjenigen zusammenbringen, die professionell mit Musik zu tun haben: Musiker, Musiklehrer, Verlagsvertreter und Innovatoren… Alle diejenigen, die auf der Suche nach neuen Technologien, einer neuen Kultur und ihrer wirtschaftlichen Grundlage sind.

Wir haben dazu spannende Referenten und Gesprächspartner gewinnen können. Den aktuellen Programmentwurf finden Sie unten. Und es besteht schon im Vorfeld großes Interesse: Juristen, Musiker, Verleger, Produzenten, Kirchenvertreter, Komponisten und viele andere haben schon ihre Teilnahme im Vorfeld angekündigt.

Blocken Sie Ihren Kalender für dieses Event:

Freie Noten im Internet!? - Über Musikwikis, die Revolution im Web und die Möglichkeiten für Komponisten, Musiker und Verbände.
17.3.2014, Bayerische Musikakademie Schloss Alteglofsheim

Und bleiben Sie auf dem Laufenden, indem Sie sich in den Hallo Welt!-Newsletter eintragen!



Programm  
09:00 - 09:30 Ankunft, Come together
09:30 - 10:30 Eröffnung + Impulsvortrag: "Ich hätt' so gerne eine Musiknoten-Wikipedia." Wie das Web die Musikwelt revolutioniert. Prof. Dr. Gunter Dueck,
Mathematiker, ehem. CTO IBM, Publizist
10:30 - 12:30 Vom Notendruck zum Musikwiki – und zurück.
Die anstehende Revolution der Musiknotation
Web Scores: Technologische Trends, neue Standards und Perspektiven. Anja Ebersbach,
Wikimedia Deutschland
Das MusikWiki stellt sich vor. Dr. Richard Heigl,
Hallo Welt! - Publishing
Von Musiklehrern, Chorleitern, Bands und Musikensembles: Die Hürden im Umgang mit Noten. Interview mit Markus Dankesreiter, Heartchor Regensburg
12:30 - 13:30 Mittagspause
13:30 - 15:00 Open Culture? Die Möglichkeiten digitalisierter Noten
Raus aus den Zwickmühlen?
Wege zu mehr Rechtssicherheit und einfacheren Prozessen.
Dr. Christian Kuntze,
Fachanwalt für Musik- und Medienrecht
Innovative Kindermusik - Die Erfahrungen mit offenen Konzepten. Interview mit Andreas Donauer ("Donikkl"),
Produzent, Musiker, Komponist, Texter und Pädagoge.
15.00 – 15.30 Kaffeepause
15.30 – 17.00 Neue, faire Deals: Ansätze für Geschäftsmodelle
  Creative Commons - Was geht? Über freie Lizenzen und ihre Grenzen in der Musik. Frank Christian Stoffel, Musikwissenschaftler, freischaffender Musiker
  eBooks and Friends. Neue Verwertungsmöglichkeiten für Verlage und Komponisten Dr. Markus Neuschäfer,
epubli GmbH
17.00 – 17.30 Abschluss und Zusammenfassung

Stand: 27.1.2014

Organisatorisches  
Ort und Veranstalter Bayerische Musikakademie Alteglofsheim
Am Schlosshof 1
93087 Alteglofsheim
In Zusammenarbeit mit der Hallo Welt! – Publishing GmbH
Anmeldung und Kosten
Anmeldung im Internet (ab 28.1.2014) unter:www.musikakademie-alteglofsheim.de. Die Unkostenpauschale (Verpflegung, Tagungspauschale) beträgt 22 Euro pro Person.

 

Kommentare (7) Trackbacks (5)
  1. Es gibt schon ein Noten-Wiki, das weltweit sehr stark genutzt wird: Die Petrucci-Library unter http://www.imslp.org . Wieso möchten Sie ein weiteres Noten-Wiki aufbauen? Inwiefern soll es sich von der Petrucci-Library unterscheiden?

  2. Hallo Herr Diet,
    es gibt schon einige beachtliche Notensammlungen im Web. Die Petrucci-Library ist eine davon. Was uns bei den bisherigen Projekten fehlt, sind vor allem zwei Aspekte:

    Technologisch wollen wir einen Schritt weitergehen und Noten kollaborativ schreibbar machen. Das heißt – wie in der Wikipedia – hört einer raus und notiert, ein anderer kann verbessern. Aus den zugrundeliegenden Technologien ergeben sich noch weitere Möglichkeiten, wie transponieren, abspielen zum Üben u.v.a.m. Hier kommt gerade Schwung in die Entwicklung. Den wollen wir nutzen.

    Der zweite Aspekt ist aber fast noch wichtiger: Heute sind fast nur gemeinfreie Werke verfügbar. Bei allen anderen gibt es in der Regel lizenzrechtliche Blockaden in der Bearbeitung und Verbreitung. Da wir aus der Open-Source-Welt kommen, glauben wir, dass es hier auch Möglichkeiten gibt, für alle Beteiligte interessante Modelle zu entwickeln, die einerseite die freie Verfügbarkeit und Nutzung ermöglichen und andererseits für Urheber und Verlage neue Einnahmemöglichkeiten eröffnen.

    Wir sind uns bewusst, dass es hier viele Probleme zu bewältigen gibt, die wir auch nicht alleine lösen werden. Aber wir möchten eine Schneise schlagen und Vertreter der verschiedenen Statusgruppen frühzeitig einladen, mitzudenken und mitzuarbeiten.

    Nutzen Sie die Petrucci-Bibliothek? Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

  3. Hallo Herr Heigl,
    ich arbeite in der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek und bin dort u.a. involviert in die Digitalisierung unserer urheberrechtsfreien Notendrucke und Musikhandschriften. Wir stellen unsere Musik-Digitalisate kostenfrei zur Verfügung, z.B. über die Webseite http://www.digitale-sammlungen.de/index.html?c=sammlungen&kategorie_sammlung=8&l=de . Allerdings beanspruchen wir (wie viele andere digitalisierende Bibliotheken auch) ein Recht an den Bildern. Das wird leider nicht von allen respektiert (z.B. auch nicht von der Petrucci-Library, die unsere Digitalisate abgreift und auf ihre Webseiten hochlädt). Ich hoffe, dass Sie in Ihrem Projekt den Kontakt mit den Beteiligten suchen und nicht davon ausgehen, dass die Scans von urheberrechtsfreien musikalischen Werken selbst auch rechtefrei sind. Vermutlich kennen Sie die Diskussion, die vor kurzem zwischen DIAMM und der Petrucci-Library stattfand:
    http://imslp.org/wiki/User_talk:Feduol#Copyright_infringement
    http://imslpforums.org/viewtopic.php?f=6&t=7436

  4. Hallo Herr Diet,
    die Diskussion kannte ich noch nicht. Das schau ich mir gleich noch an. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass Digitalisate, die nicht unter entsprechenden freien Lizenzen stehen, auch nicht frei verfügbar sind. Genau aus diesem Grund veranstalten wir das Symposion in Alteglofsheim, um hier schon im Vorfeld Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Sicher kein einfaches Unterfangen. Am Ende muss es sich für die Rechteinhaber lohnen mitzumachen. Odewr umgekehrt muss auch was zurückgegeben werden. Aber wenn genau das bei Open Source funktioniert, warum nicht auch bei Musik-Noten?
    Es ist übrigens auch eine Einladung an die BSB geschickt worden. Hat sie die erreicht?
    Herzliche Grüße!
    Richard Heigl

  5. Ich hab mich noch einmal ein wenig damit beschäftigt. Auf Digitalisate aus der BSB würden meiner Meinung nach in einem MusikWiki nur verlinkt werden, weil im Musikwiki die Noten in LilyPond vorliegen müssten, damit sie abspielbar werden. Die Noten wären ggf. abzuschreiben und man könnte dann sagen beruht auf der Ausgabe XY aus dem Jahr Z, zu sehen auf dem Portal der BSB.

    Titelbilder zur Illustration sind natürlich für alle interessant, aber auch da wäre eine entsprechende Lizenz Voraussetzung.

    So gesehen könnte ein MusikWiki eher den Weg zu den Originaldokumenten weisen. Es muss meiner Meinung nach auch nicht alles an einem Ort liegen, zumal in der analogen Welt ja auch unterschiedliche Bibliotheken und Archive mit ihren jeweiiligen Sammelschwerpunkten und Hintergründen bestehen.

    Umgekehrt wäre interessant zu wissen, ob ein MusikWiki einen Mehrwert für die Arbeit der BSB bringen könnte. Das kann auch so sein, dass zum Beispiel Dokumente angezeigt werden, die Abdruckrechte in Printmedien érworben werden können oder der Ausdruck einer Kopie bei einem Dienstleister veranlasst werden kann. Das sind aber nur erste Ideen.

    Richard Heigl

  6. Eine interessante Veranstaltung! Allerdings stellen sich für mich einige Fragen:
    Wenn es v. a. auch um die Möglichkeiten für Verlage gehen soll, warum sind dann einerseits keine Vertreter des einschlägigen Musikverlage, bei denen aktuelle Gesamtausgaben erscheinen und ohne die sich der Zugriff auf verlässliche (historisch-kritische) Ausgaben kaum herstellen lassen wird, nicht in die Veranstaltung eingebunden?
    Warum sind andererseits keine aktuellen Editionsprojekte vertreten? Gerade hier dürfte es doch Expertise zu Fragen der digitalen Verfügbarkeit von Notenausgaben vorhanden sein.

  7. Das Symposion ist erst der erste Schritt, bei dem es zunächst darum geht, die Resonanz bei Nutzern und Urhebern einzuholen. Das heißt nicht, dass Verlage damit gedanklich draußen sind. Wir schaffen nur nicht alles auf einmal im Rahmen eines eintägigen Symposions :-) Es sind aber verschiedene Händler gebeten worden, teilzunehmen, auch wenn sie im Programm nicht repräsentiert sind. Das wäre für mich aber einer der nächsten Schritte. Da sollten wir aber schon mehr zu zeigen haben, als nur einen Prototypen. Denn Verlagen gehts ja in erster Linie um Rechtsfragen und Geschäftsmodelle. Vorschläge, wen man unbedingt kontaktieren sollte, sind hier übrigens immer willkommen!
    Viele Grüße,
    Richard Heigl


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